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Make.com Vorlagen: finden, einrichten und anpassen

Veröffentlicht: April 10, 2024·
Make.com Vorlagen: finden, einrichten und anpassen
Make.com Vorlagen: finden, einrichten und anpassen
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In der Prozessautomatisierung entscheidet oft nicht die Idee über das Ergebnis, sondern wie schnell du sie zum Laufen bekommst. Make.com liefert dafür eine große Bibliothek fertiger Vorlagen — vorgebaute Abläufe, die du übernimmst, statt sie bei null zu bauen.

In diesem Beitrag zeige ich dir, wo du diese Vorlagen findest, wie du sie einrichtest und an deine Abläufe anpasst. Außerdem stelle ich drei Neuerungen im geführten Setup vor, die die Einrichtung spürbar angenehmer machen.

Hinweis zu den Screenshots: Sie stammen aus dem geführten Setup, wie es zum Zeitpunkt des Artikels aussah. Make hat die Oberfläche seither überarbeitet — der Ablauf ist derselbe geblieben, einzelne Beschriftungen und Farben können abweichen.

Wo die Vorlagen in Make liegen

Wenn du dich in deinem Make-Konto anmeldest, findest du den Bereich Templates links in der Menüleiste.  

Die Seitenleiste in Make mit dem markierten Menüpunkt Templates
Der Menüpunkt Templates in der Seitenleiste

Dahinter liegt eine Bibliothek fertiger Szenarien für die unterschiedlichsten Anwendungsfälle. Ob du gerade anfängst oder schon länger automatisierst — als Startpunkt sparen diese Vorlagen dir den mühsamen Teil. 

Um Vorlagen zu finden, die zu deinem Geschäft oder zu deinen Werkzeugen passen, nutzt du die Suchleiste Search by Apps or Name

Suchleiste der Vorlagen-Bibliothek in Make
Die Suchleiste

Ein Beispiel: Wenn du einen Shopify-Shop betreibst, filterst du mit dem Suchwort „Shopify" genau die Vorlagen heraus, die für Shopify gebaut wurden. 

Gefiltertes Suchergebnis mit Shopify-Vorlagen in Make
Beispiel für ein gefiltertes Suchergebnis

So findest du schnell Szenarien, die zu deinen Abläufen passen.

Eine Vorlage einrichten

Hast du eine passende Vorlage gefunden, ist die Einrichtung unkompliziert. Du hast zwei Wege:

1. Start guided setup — das geführte Setup  

2. Create new scenario from template — neues Szenario aus der Vorlage

Auswahl zwischen geführtem Setup und neuem Szenario aus der Vorlage
Die beiden Einrichtungswege

Das geführte Setup nimmt dich Schritt für Schritt an die Hand — ideal, wenn du neu im Thema bist. Wer Erfahrung hat, fährt mit Create new scenario from template schneller und flexibler.

Die Beispiele in diesem Beitrag nutzen das geführte Setup. Vorab die drei Neuerungen, die dort den größten Unterschied machen.

Drei Neuerungen im geführten Setup

1. Module in beliebiger Reihenfolge bearbeiten

Früher musstest du dich strikt an die vorgegebene Reihenfolge halten. Heute bearbeitest du jedes Modul zu jedem Zeitpunkt — du behältst die Kontrolle darüber, in welcher Reihenfolge du dein Szenario aufbaust.

2. Statusanzeige

Die Modul-Symbole oben zeigen dir auf einen Blick, wo jeder Schritt steht: noch nicht begonnen (grau), in Arbeit oder unvollständig (gelb), fertig (grün).

Statusanzeige der Module in Grau, Gelb und Grün

3. Direkt starten aus dem Seitenfenster 

Ist die Vorlage eingerichtet, kannst du dein Szenario sofort ausführen, einen Zeitplan setzen oder direkt weiterbearbeiten — alles aus dem Seitenfenster heraus.

Seitenfenster in Make mit Optionen zum Ausführen und Planen des Szenarios
Das Seitenfenster

Drei Beispiele zum Loslegen

Shopify und WooCommerce synchronisieren

Diese Vorlage gleicht neue Produkte zwischen Shopify und WooCommerce ab — samt aller Bilder.

Vorlage zur Produktsynchronisation zwischen Shopify und WooCommerce

Klick auf Start guided setup, um Schritt für Schritt durch die Einrichtung geführt zu werden.

Folge den Hinweisen, verbinde dein Shopify-Konto und stelle die Vorlage ein. 

Verbindung des Shopify-Kontos im geführten Setup

Die Modul-Symbole oben rechts werden grün, sobald ein Schritt fertig eingerichtet ist.

Grün markiertes Modul nach abgeschlossener Einrichtung

Ein gelbes Symbol heißt: Der Schritt ist in Arbeit oder es fehlen noch Angaben.

Gelb markiertes Modul mit fehlenden Angaben

Richte im Aggregator die benötigten Bilder ein, um das Szenario zu vervollständigen.

Einrichtung der Produktbilder im Aggregator-Modul

Danach auf Continue klicken — das Modul-Symbol bekommt einen grünen Haken.

Modul mit grünem Haken nach abgeschlossener Konfiguration

Du musst das Szenario nicht komplett durchlaufen. Über Skip guided setup springst du jederzeit in den normalen Szenario-Editor und passt dort frei an.

Schaltfläche Skip guided setup zum Wechsel in den Szenario-Editor

Wir selbst nutzen kein WooCommerce, deshalb lösen wir diese Verbindung. Du kannst WooCommerce durch jede andere Plattform ersetzen.

Gelöste WooCommerce-Verbindung im Szenario

Ein Testlauf liefert dann folgendes Ergebnis:

  1. Das Modul Watch products holt die neuen Produkte.
Ausgabe des Moduls Watch products mit neuen Produkten

  1. Danach werden alle Produktbilder aufgelistet.
Auflistung aller Produktbilder im Szenario

  1. Zuletzt werden sie in das Format gebracht, das WooCommerce oder deine andere Plattform braucht, um das Produkt samt Bildern anzulegen.

Aggregiertes Datenformat für den Produktimport

Zufallstext-Generator

Diese Vorlage brauchst du, wenn du zufällige Zeichenfolgen erzeugen willst — für Passwörter, zum Testen oder um Daten zu simulieren. 

Vorlage für einen Zufallstext-Generator in Make

So richtest du sie ein:  

  1. Zuerst wählst du die Zeichen aus, die in der Zeichenfolge vorkommen dürfen.
Auswahl der erlaubten Zeichen für die Zufallsfolge

  1. Dann legst du die Länge fest. In unserem Beispiel soll die Zeichenfolge 10 Zeichen haben.

Festlegen der Länge der Zeichenfolge auf 10 Zeichen

  1. Sind alle Schritte eingerichtet, erscheint das Seitenfenster, aus dem du das Szenario direkt starten kannst. 

Seitenfenster mit der Schaltfläche zum Starten des Szenarios

Mit Run your scenario läuft der Test sofort. Das ist das erwartete Ergebnis:

Ausgabe mit der Liste der verwendbaren Zeichen
Liste der verwendbaren Zeichen

Konfiguration, die 10 Zeichen aus der Liste zieht
Aus dieser Liste werden 10 Zeichen gezogen

Erzeugte Zeichenfolge mit 10 Zeichen als Ergebnis
Erzeugte Zeichenfolge mit 10 Zeichen

Länge und Zeichenvorrat kannst du jederzeit an deinen Bedarf anpassen.

RSS-Feeds in einer einzigen E-Mail

Die Vorlage „Get RSS Feed Updates in a Single Email" schickt dir eine Sammel-Mail mit allen Beiträgen aus den von dir gewählten RSS-Feeds, die ein bestimmtes Stichwort enthalten.

Vorlage für RSS-Feed-Updates in einer Sammel-E-Mail

Die Google-Tabelle mit den zu überwachenden RSS-Adressen sieht so aus. Das gesuchte Stichwort steht ebenfalls darin.

Google-Tabelle mit RSS-Adressen und Stichwort

  1. Zu Beginn wählst du deine Verbindung und die Kopie der RSS-Tabelle. Sobald die Tabelle gewählt ist, sind alle Felder vorbelegt — das bringt die Vorlage bereits mit.

Auswahl der Google-Sheets-Verbindung im geführten Setup

  1. Dann wählst du die Spalte mit den RSS-Adressen aus — hier Spalte A, in der die eigentlichen Adressen stehen.

Auswahl der Tabellenspalte mit den RSS-Adressen

  1. Zuletzt trägst du die E-Mail-Adresse ein, an die die Zusammenfassung gehen soll.

Eintragen der Empfängeradresse für die Sammel-E-Mail

Beim Lauf durchsucht das Szenario alle RSS-Feeds nach dem Stichwort. Findet es einen Treffer, baut es daraus einen HTML-Abschnitt, fasst alle Treffer zu einer Tabelle zusammen und schickt sie per E-Mail. 

Beim ersten Lauf mit der unveränderten Vorlage lief allerdings etwas schief.

Fehlermeldung beim ersten Lauf des RSS-Szenarios

Ein Blick in die Ausgabe der einzelnen Module zeigte Auffälligkeiten: mal mehrere Ergebnisse, wo nur eines erwartet wurde, mal gar keines. Damit keine leeren E-Mails rausgehen, lässt sich die Vorlage nachschärfen.  

Wir haben einen Filter ergänzt, der prüft, ob der RSS-Eintrag überhaupt Text enthält. Nur dann läuft das Szenario weiter — leere E-Mails sind damit ausgeschlossen. 

Ergänzter Filter, der leere RSS-Einträge aussortiert
Der ergänzte Filter

Zusätzlich haben wir eine Fehlerbehandlung eingebaut — für den Fall, dass eine RSS-Adresse veraltet ist oder nicht mehr antwortet. 

Ergänzte Fehlerbehandlung im RSS-Szenario
Die ergänzte Fehlerbehandlung

Wer mit Fehlerbehandlung arbeitet, muss außerdem Allow storing of incomplete executions aktivieren. 

Einstellung Allow storing of incomplete executions aktivieren

Nur so kannst du später nachvollziehen, was bei einem Lauf schiefgegangen ist. 

Das angepasste Szenario sieht dann so aus:

Angepasstes RSS-Szenario mit Filter und Fehlerbehandlung

Beim erneuten Lauf passiert nur ein Durchgang den Filter — der andere war leer und löste deshalb keine E-Mail aus.

Szenariolauf, bei dem nur ein Durchgang den Filter passiert

Zweimal ist das Szenario fehlgeschlagen — vermutlich, weil die RSS-Adresse veraltet war. Auch dafür wurde keine E-Mail verschickt.

Übersicht der fehlgeschlagenen Szenarioläufe

Verschickt wurde am Ende genau eine E-Mail — die aus dem erfolgreichen Lauf:

Inhalt der verschickten Sammel-E-Mail mit den RSS-Treffern

Fazit

Die Vorlagen in Make.com nehmen dir den mühsamsten Teil ab: den Anfang. Wenn du weißt, wo du sie findest, wie du sie einrichtest und wo du sinnvoll eingreifst, kommst du deutlich schneller zu einem Ablauf, der wirklich zu deinem Betrieb passt. 

Das RSS-Beispiel zeigt dabei den wichtigsten Punkt: Eine Vorlage ist ein Startpunkt, kein fertiges Produkt. Ein Filter und eine Fehlerbehandlung mehr — und aus einem Szenario, das leere Mails verschickt, wird eines, dem du vertrauen kannst.

Schau dich in der Bibliothek um, such nach den Werkzeugen, die du ohnehin benutzt, und probier aus, was davon dir Arbeit abnimmt.

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MGManuel Gick, Gründer von Techflow.ai
Manuel Gick

Gründer von Techflow.ai. Zertifizierter Make.com-Trainer, Hochschulzertifikat KI (Hochschule Fresenius). Schreibt über KI-Agenten, Automatisierung und individuelle Software im Mittelstand.

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