Make.com Vorlagen: finden, einrichten und anpassen


In der Prozessautomatisierung entscheidet oft nicht die Idee über das Ergebnis, sondern wie schnell du sie zum Laufen bekommst. Make.com liefert dafür eine große Bibliothek fertiger Vorlagen — vorgebaute Abläufe, die du übernimmst, statt sie bei null zu bauen.
In diesem Beitrag zeige ich dir, wo du diese Vorlagen findest, wie du sie einrichtest und an deine Abläufe anpasst. Außerdem stelle ich drei Neuerungen im geführten Setup vor, die die Einrichtung spürbar angenehmer machen.
Hinweis zu den Screenshots: Sie stammen aus dem geführten Setup, wie es zum Zeitpunkt des Artikels aussah. Make hat die Oberfläche seither überarbeitet — der Ablauf ist derselbe geblieben, einzelne Beschriftungen und Farben können abweichen.
Wo die Vorlagen in Make liegen
Wenn du dich in deinem Make-Konto anmeldest, findest du den Bereich Templates links in der Menüleiste.

Dahinter liegt eine Bibliothek fertiger Szenarien für die unterschiedlichsten Anwendungsfälle. Ob du gerade anfängst oder schon länger automatisierst — als Startpunkt sparen diese Vorlagen dir den mühsamen Teil.
Um Vorlagen zu finden, die zu deinem Geschäft oder zu deinen Werkzeugen passen, nutzt du die Suchleiste Search by Apps or Name.

Ein Beispiel: Wenn du einen Shopify-Shop betreibst, filterst du mit dem Suchwort „Shopify" genau die Vorlagen heraus, die für Shopify gebaut wurden.

So findest du schnell Szenarien, die zu deinen Abläufen passen.
Eine Vorlage einrichten
Hast du eine passende Vorlage gefunden, ist die Einrichtung unkompliziert. Du hast zwei Wege:
1. Start guided setup — das geführte Setup
2. Create new scenario from template — neues Szenario aus der Vorlage

Das geführte Setup nimmt dich Schritt für Schritt an die Hand — ideal, wenn du neu im Thema bist. Wer Erfahrung hat, fährt mit Create new scenario from template schneller und flexibler.
Die Beispiele in diesem Beitrag nutzen das geführte Setup. Vorab die drei Neuerungen, die dort den größten Unterschied machen.
Drei Neuerungen im geführten Setup
1. Module in beliebiger Reihenfolge bearbeiten
Früher musstest du dich strikt an die vorgegebene Reihenfolge halten. Heute bearbeitest du jedes Modul zu jedem Zeitpunkt — du behältst die Kontrolle darüber, in welcher Reihenfolge du dein Szenario aufbaust.
2. Statusanzeige
Die Modul-Symbole oben zeigen dir auf einen Blick, wo jeder Schritt steht: noch nicht begonnen (grau), in Arbeit oder unvollständig (gelb), fertig (grün).

3. Direkt starten aus dem Seitenfenster
Ist die Vorlage eingerichtet, kannst du dein Szenario sofort ausführen, einen Zeitplan setzen oder direkt weiterbearbeiten — alles aus dem Seitenfenster heraus.

Drei Beispiele zum Loslegen
Shopify und WooCommerce synchronisieren
Diese Vorlage gleicht neue Produkte zwischen Shopify und WooCommerce ab — samt aller Bilder.

Klick auf Start guided setup, um Schritt für Schritt durch die Einrichtung geführt zu werden.
Folge den Hinweisen, verbinde dein Shopify-Konto und stelle die Vorlage ein.

Die Modul-Symbole oben rechts werden grün, sobald ein Schritt fertig eingerichtet ist.

Ein gelbes Symbol heißt: Der Schritt ist in Arbeit oder es fehlen noch Angaben.

Richte im Aggregator die benötigten Bilder ein, um das Szenario zu vervollständigen.

Danach auf Continue klicken — das Modul-Symbol bekommt einen grünen Haken.

Du musst das Szenario nicht komplett durchlaufen. Über Skip guided setup springst du jederzeit in den normalen Szenario-Editor und passt dort frei an.

Wir selbst nutzen kein WooCommerce, deshalb lösen wir diese Verbindung. Du kannst WooCommerce durch jede andere Plattform ersetzen.

Ein Testlauf liefert dann folgendes Ergebnis:
- Das Modul Watch products holt die neuen Produkte.

- Danach werden alle Produktbilder aufgelistet.

- Zuletzt werden sie in das Format gebracht, das WooCommerce oder deine andere Plattform braucht, um das Produkt samt Bildern anzulegen.

Zufallstext-Generator
Diese Vorlage brauchst du, wenn du zufällige Zeichenfolgen erzeugen willst — für Passwörter, zum Testen oder um Daten zu simulieren.

So richtest du sie ein:
- Zuerst wählst du die Zeichen aus, die in der Zeichenfolge vorkommen dürfen.

- Dann legst du die Länge fest. In unserem Beispiel soll die Zeichenfolge 10 Zeichen haben.

- Sind alle Schritte eingerichtet, erscheint das Seitenfenster, aus dem du das Szenario direkt starten kannst.

Mit Run your scenario läuft der Test sofort. Das ist das erwartete Ergebnis:



Länge und Zeichenvorrat kannst du jederzeit an deinen Bedarf anpassen.
RSS-Feeds in einer einzigen E-Mail
Die Vorlage „Get RSS Feed Updates in a Single Email" schickt dir eine Sammel-Mail mit allen Beiträgen aus den von dir gewählten RSS-Feeds, die ein bestimmtes Stichwort enthalten.

Die Google-Tabelle mit den zu überwachenden RSS-Adressen sieht so aus. Das gesuchte Stichwort steht ebenfalls darin.

- Zu Beginn wählst du deine Verbindung und die Kopie der RSS-Tabelle. Sobald die Tabelle gewählt ist, sind alle Felder vorbelegt — das bringt die Vorlage bereits mit.

- Dann wählst du die Spalte mit den RSS-Adressen aus — hier Spalte A, in der die eigentlichen Adressen stehen.

- Zuletzt trägst du die E-Mail-Adresse ein, an die die Zusammenfassung gehen soll.

Beim Lauf durchsucht das Szenario alle RSS-Feeds nach dem Stichwort. Findet es einen Treffer, baut es daraus einen HTML-Abschnitt, fasst alle Treffer zu einer Tabelle zusammen und schickt sie per E-Mail.
Beim ersten Lauf mit der unveränderten Vorlage lief allerdings etwas schief.

Ein Blick in die Ausgabe der einzelnen Module zeigte Auffälligkeiten: mal mehrere Ergebnisse, wo nur eines erwartet wurde, mal gar keines. Damit keine leeren E-Mails rausgehen, lässt sich die Vorlage nachschärfen.
Wir haben einen Filter ergänzt, der prüft, ob der RSS-Eintrag überhaupt Text enthält. Nur dann läuft das Szenario weiter — leere E-Mails sind damit ausgeschlossen.

Zusätzlich haben wir eine Fehlerbehandlung eingebaut — für den Fall, dass eine RSS-Adresse veraltet ist oder nicht mehr antwortet.

Wer mit Fehlerbehandlung arbeitet, muss außerdem Allow storing of incomplete executions aktivieren.

Nur so kannst du später nachvollziehen, was bei einem Lauf schiefgegangen ist.
Das angepasste Szenario sieht dann so aus:

Beim erneuten Lauf passiert nur ein Durchgang den Filter — der andere war leer und löste deshalb keine E-Mail aus.

Zweimal ist das Szenario fehlgeschlagen — vermutlich, weil die RSS-Adresse veraltet war. Auch dafür wurde keine E-Mail verschickt.

Verschickt wurde am Ende genau eine E-Mail — die aus dem erfolgreichen Lauf:

Fazit
Die Vorlagen in Make.com nehmen dir den mühsamsten Teil ab: den Anfang. Wenn du weißt, wo du sie findest, wie du sie einrichtest und wo du sinnvoll eingreifst, kommst du deutlich schneller zu einem Ablauf, der wirklich zu deinem Betrieb passt.
Das RSS-Beispiel zeigt dabei den wichtigsten Punkt: Eine Vorlage ist ein Startpunkt, kein fertiges Produkt. Ein Filter und eine Fehlerbehandlung mehr — und aus einem Szenario, das leere Mails verschickt, wird eines, dem du vertrauen kannst.
Schau dich in der Bibliothek um, such nach den Werkzeugen, die du ohnehin benutzt, und probier aus, was davon dir Arbeit abnimmt.
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