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Software mit KI entwickeln lassen: So läuft ein Projekt bei uns ab

Veröffentlicht: October 8, 2026·
Software mit KI entwickeln lassen: So läuft ein Projekt bei uns ab

Software mit KI entwickeln zu lassen heißt: Die Fleißarbeit im Code übernimmt ein KI-Werkzeug wie Claude Code, die Prozessanalyse, die Architektur und die Prüfung bleiben bei Menschen. Ein Vorhaben ist bei uns als Sprint über drei Wochen geschnitten, mit fünf Phasen und einem Festpreis, der vorher steht.

Ein Muster aus der klassischen Softwareentwicklung erklärt, warum es diesen Artikel gibt. Ein Kernsystem ist über Jahre gewachsen. Die Neuentwicklung startet klassisch nach Scrum, also mit mehreren Entwicklern, festen Rollen, Zwei-Wochen-Takt, Tickets und vielen Abstimmungen. Irgendwann stockt sie, weil der nutzbare Teil in keinem Verhältnis mehr zum Aufwand steht. Die entscheidende Frage an einen neuen Anbieter lautet dann: Kommen wir schneller zu nutzbaren Ergebnissen, und können wir in kurzen Schleifen nachbessern, statt monatelang auf die erste Funktion zu warten? Genau so arbeiten wir. Dieser Artikel zeigt, wie ein Projekt bei uns abläuft. Nicht als Versprechen, sondern als Ablauf, den du bei jedem Anbieter abfragen kannst.

Was ändert KI an der Softwareentwicklung wirklich?

Die ehrliche Antwort zuerst: KI schreibt keine Software, die niemand verstanden hat. Wer einen unklaren Ablauf in ein KI-Werkzeug kippt, bekommt schneller unklaren Code. Was sich wirklich ändert, sind drei Dinge:

Früher Mit KI-gestützter Entwicklung Was gleich bleibt
Ein Entwickler schreibt jede Zeile, Formulare, Datenbankzugriffe, Tests Claude Code übernimmt die Fleißarbeit, der Entwickler prüft, korrigiert und entscheidet Wer die Architektur festlegt und den Code verantwortet, ist ein Mensch
Eine Funktion braucht Frontend-Entwickler, Backend-Entwickler und Abstimmung dazwischen Eine Entwicklerin baut die Funktion mit KI-Werkzeug durchgängig, ohne Übergaben zwischen Teams Die Funktion muss vorher verstanden sein
Anforderungen werden monatelang spezifiziert, weil Bauen teuer ist Bauen ist günstig genug, um früh eine erste Version zu zeigen und zu korrigieren Testen mit den Leuten, die es nutzen

Der wichtigste Punkt für individuelle Software steht in der mittleren Zeile: Die Abstimmung zwischen Rollen war in vielen Projekten der eigentliche Zeitfresser, nicht das Tippen. Wenn eine Entwicklerin mit KI-Unterstützung eine Funktion komplett durchbauen kann, fällt ein großer Teil der Meetings, Tickets und Wartezeiten weg. Wie das im Werkzeug konkret aussieht, haben wir in Agentic Coding mit Claude Code beschrieben. Hier geht es um den Ablauf drumherum.

Was ist in den fünf Phasen mit KI anders?

Ein Projekt läuft bei uns als SCALE²-Sprint über drei Wochen in fünf Phasen. Der Aufwand für dich liegt bei dreimal 20 Minuten pro Woche. So sieht das im Einzelnen aus:

  1. Analyse: den Ablauf verstehen, nicht die Wunschliste. Die Prozessanalyse macht Manuel Gick, der Gründer, selbst oder ein erfahrenes Mitglied unseres Teams: Wir sprechen mit den Leuten, die den Ablauf täglich machen, nicht nur mit der Geschäftsführung. Bei einem bestehenden System gehört der Blick in den vorhandenen Code und die Unterlagen dazu. Die Fragen sind immer dieselben: Wie kommt ein Vorgang rein, was passiert damit, wo bleibt er liegen, welche Information fehlt an welcher Stelle. Wie du einen Ablauf auf einer Seite beschreibst statt auf vierzig, zeigen wir in Lastenheft-Vorlage: eine Seite statt vierzig.
  2. Konzept: die kleinste Version, die im Betrieb hilft. Aus der Analyse wird ein Konzept für die erste Version, mit klarer Grenze, was drin ist und was nicht. Bei einem großen Altsystem ist das nie „alles neu", sondern der eine Bereich, der am meisten Zeit frisst und sich sauber abtrennen lässt. Die Grenze liegt innerhalb des Festpreises, der vor dem Sprint vereinbart ist.
  3. Entwicklung: Mensch mit KI-Werkzeug. Eine Person aus unserem Team setzt die Funktion mit Claude Code durchgängig um, von der Oberfläche bis zur Datenbank. Sie steuert, die KI schreibt große Teile des Codes, sie prüft ihn. Zwischenstände siehst du in den kurzen Terminen jede Woche, nicht erst am Ende.
  4. Test: mit den Anwendern, nicht mit der Testabteilung. Die Leute aus Phase 1 arbeiten mit der Vorversion und sagen, wo es hakt. Das ist der Teil, den klassische Projekte am liebsten ans Ende schieben. Bei uns arbeiten die Anwender schon mit der Vorversion, solange sich noch alles ändern lässt.
  5. Go-Live und Übergabe: es gehört dir. Code, Zugänge und Lizenzen laufen auf deinen Namen. Was wir typischerweise bauen und was nicht, zeigt unsere Leistungsseite Individuelle Software.

Größere Vorhaben wie die Ablösung eines Altsystems sollten aus unserer Sicht in Etappen geteilt werden, statt alles auf einmal anzugehen. Ziel des ersten Sprints ist ein Bereich, mit dem dein Team im Alltag arbeitet, statt nach vielen Monaten noch ohne nutzbare Funktion dazustehen. Danach entscheidest du mit echtem Ergebnis, ob der nächste Sprint folgt.

Wie gehen wir mit einem bestehenden Altsystem um?

Das Muster vom Anfang hat eine Besonderheit, die fast jedes Softwareprojekt im Mittelstand hat: Es gibt schon ein System, es läuft, und es kann nicht einfach abgeschaltet werden. Für diesen Fall gehen wir so vor:

  • Erst verstehen, dann zusagen. Bei der Übernahme eines bestehenden Projekts bieten wir zuerst eine Ersteinschätzung per Lesezugriff auf den Code an (wir schauen hinein, ändern aber nichts), innerhalb von drei Werktagen: Wo liegen die Risiken, welche Teile der Architektur sind brauchbar, welche sollten weg, und welcher Bereich eignet sich als Pilot. Einen Umfang sagen wir erst danach zu, nach Analyse und Konzept, nicht vorher am Telefon.
  • Kritisch, nicht höflich. Wer ein Altsystem übernimmt, muss auch sagen dürfen, dass eine Entscheidung von vor fünf Jahren heute im Weg steht. Ob getrennte Systeme für Oberfläche und Datenverarbeitung zusammengelegt werden sollten, damit eine Person eine Funktion durchbauen kann, ist genau so eine Frage.
  • Erst ein Bereich, dann der nächste. Das Altsystem läuft weiter, während der erste Bereich neu entsteht und daneben in Betrieb geht. Nichts wird abgeschaltet, bevor der Ersatz im Alltag funktioniert.

Dass wir so vorgehen, hat mit über 120 Projekten seit 2016 im Automatisierungs-Handwerk zu tun: Ärger entsteht selten an der Technik, sondern dort, wo der Ablauf beim Start nicht verstanden war.

Welche Fragen solltest du einem Anbieter für KI-gestützte Entwicklung stellen?

Gute Fragen an einen Anbieter fragen nicht nach Buzzwords, sondern nach Arbeitsweise. Hier sind die sieben, die wir für die wichtigsten halten, mit unserer Antwort und dem Grund, warum du sie jedem Anbieter stellen solltest:

Frage Unsere Antwort Warum die Frage zählt
Kennt ihr unsere Technik? Ob wir deine Technik im Betrieb kennen, klären wir am Code, nicht im Gespräch. Wer „alles" kann, hat meist nichts davon im Betrieb.
Könnt ihr eine bestehende Architektur analysieren und selbst bauen? Im Sprint gehören beide zusammen: Analyse ist Phase 1, der Bau Phase 3. Analyse ohne Bauen produziert Gutachten, Bauen ohne Analyse produziert Altlasten.
Übernehmt ihr ein größeres bestehendes Projekt? Ja, nach einer Ersteinschätzung per Lesezugriff auf den Code, die wir innerhalb von drei Werktagen liefern. Ein Anbieter, der ohne Blick in den Code zusagt, rät.
Arbeitet ihr wirklich intensiv mit Claude Code? Ja, im Betrieb, nicht als Demo. Der Unterschied zwischen „haben wir mal getestet" und „bauen wir täglich damit" ist der Unterschied in der Geschwindigkeit.
Kommt ihr mit weniger Abstimmung aus als ein klassisches Scrum-Team? Ja. Analyse und Umsetzung laufen bei uns im selben kleinen Team, eine Entwicklerin baut die Funktion durch, Zwischenstände statt Statusmeetings. Meetings sind kein Fortschritt.
Versteht ihr unsere Abläufe oder nur unsere Tickets? Wir analysieren den Ablauf mit den Leuten, die ihn täglich machen, bevor wir ein Ticket schreiben. Ein Ticket beschreibt, was jemand will. Der Ablauf zeigt, was jemand braucht.
Gehört uns die Software danach? Ja. Code, Zugänge, Lizenzen auf deinen Namen. Sonst wechselst du die Abhängigkeit, nicht das System.

Wenn ein Anbieter bei diesen Fragen ausweicht, weißt du genug. Was ein Projekt kostet, wie die Übergabe läuft und welche Fallstricke es gibt, steht in Individuelle Software entwickeln lassen. Und welche Werkzeuge im Mittelstand typischerweise entstehen, in Individuelle Unternehmenssoftware: 7 Beispiele.

Häufige Fragen

Ist Software mit KI entwickeln lassen günstiger als klassische Entwicklung?

Planbarer auf jeden Fall: Jeder Sprint hat einen Festpreis, der vorher steht und je nach Umfang zwischen 2.500 und 13.000 € netto liegt, statt einer offenen Stundenabrechnung. Günstiger kann es werden, nicht weil der Code billiger wird, sondern wenn weniger Zeit in Abstimmung, Wartezeiten und Nacharbeit fließt. Ziel des ersten Sprints ist ein Bereich, der im Betrieb genutzt wird, nicht eine Demo.

Ist mit KI entwickelte Software sicher und wartbar?

So sicher und wartbar wie die Menschen, die sie prüfen. Bei individueller Software von uns legt ein Mensch aus unserem Team die Architektur fest, prüft den Code der KI und ist für ihn verantwortlich. Die KI beschleunigt das Schreiben, nicht das Entscheiden. Dazu laufen Code, Zugänge und Lizenzen auf deinen Namen, damit auch ein anderes Team später daran weiterarbeiten kann.

Kann ein bestehendes System mit KI-Unterstützung abgelöst werden?

Ja, aber nicht auf einmal. In der Analyse schauen wir uns den vorhandenen Code an, wählen einen Bereich als Pilot und bauen ihn in einem Sprint neu, während das Altsystem weiterläuft. Erst wenn der neue Bereich im Alltag funktioniert, folgt der nächste. So bleibt der Betrieb stabil, und du siehst am Ende des ersten Sprints ein echtes Ergebnis statt eines Zeitplans.

Wie viel Zeit muss ich selbst investieren?

Für dich selbst rund dreimal 20 Minuten pro Woche während des Sprints. Dazu kommt Zeit der Leute, die den Ablauf machen: die Gespräche in der Analyse und das Arbeiten mit der Vorversion im Test. Mehr nicht, und das ist Absicht: Ein Projekt, das dich jede Woche stundenlang in Abstimmungen zieht, hat das Problem, das wir mit KI-gestützter Entwicklung lösen wollen, nur verschoben.

Was ist der Unterschied zwischen KI-gestützter Entwicklung und No-Code-Tools?

No-Code-Werkzeuge wie Make.com oder n8n verbinden bestehende Programme, ohne dass jemand Code schreibt, und sind für Datenbrücken oft die bessere Wahl. KI-gestützte Entwicklung erzeugt echten Code für eine eigene Anwendung mit eigener Oberfläche und eigener Logik. Welches von beidem du brauchst, hängt davon ab, ob deine Systeme Schnittstellen haben und ob der Ablauf eine eigene Oberfläche braucht.

Der nächste Schritt

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MGManuel Gick, Gründer von Techflow.ai
Manuel Gick

Gründer von Techflow.ai. Zertifizierter Make.com-Trainer, Hochschulzertifikat KI (Hochschule Fresenius). Schreibt über KI-Agenten, Automatisierung und individuelle Software im Mittelstand.

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