Make.com vs. Zapier vs. n8n: Der ehrliche Vergleich

Make.com, Zapier oder n8n – welches Automatisierungs-Tool passt zu deinem Betrieb? Dieser ehrliche Vergleich zeigt Preise, Bedienung, Integrationen, KI-Funktionen und DSGVO im direkten Gegenüber. Am Ende weißt du, welches Tool zu deinem Fall passt – ohne Marketing-Geschwätz.

Make vs. Zapier – oder doch n8n? Wenn du gerade das richtige Werkzeug für deine Automatisierungen suchst, findest du im Netz vor allem Werbung. Jeder Anbieter erklärt dir, warum ausgerechnet sein Tool das beste ist. Wir machen es anders. Wir arbeiten seit 2016 täglich mit diesen Plattformen, haben über 120 Projekte damit gebaut – und sagen dir ehrlich, wofür sich welches Tool eignet. Denn jedes der drei hat einen legitimen Platz. Die Frage ist nur: Welches passt zu deinem Betrieb?

Die drei Tools in je einem Satz

Make.com ist ein visuelles Automatisierungs-Tool, bei dem du deine Abläufe als bunte Bausteine auf einer Fläche zusammensteckst – stark bei komplexeren Logiken und fair im Preis. Zapier ist der Platzhirsch aus den USA: die größte App-Auswahl, extrem einfach für simple „Wenn A, dann B"-Abläufe, aber teuer, sobald es viel wird. n8n ist die Automatisierung für Kontrollfreunde: Du kannst sie auf deinem eigenen Server betreiben, zahlst für die Software nichts und behältst deine Daten in der EU – dafür brauchst du etwas mehr technisches Verständnis.

Preisvergleich (Stand: Juli 2026)

Preise ändern sich – prüfe vor einer Entscheidung immer die offizielle Preisseite des jeweiligen Anbieters. Die folgenden Größenordnungen geben dir aber ein realistisches Gefühl.

Make.com startet mit einem kostenlosen Tarif (1.000 Ausführungs-Credits pro Monat). Der Core-Tarif liegt bei rund 9 $ pro Monat, Pro bei etwa 16 $, Teams bei ungefähr 29 $ (jeweils bei jährlicher Zahlung; monatlich rund 15 % mehr). Make hat im August 2025 von „Operationen" auf „Credits" umgestellt – das solltest du bei der Kalkulation im Kopf behalten.

Zapier hat ebenfalls einen kostenlosen Einstieg, wird aber schnell teurer. Der Professional-Tarif beginnt bei rund 20 $ pro Monat (für 750 Aufgaben) und steigt auf etwa 49 $ pro Monat für 2.000 Aufgaben. Der Team-Tarif liegt bei ungefähr 69 $ pro Monat. Wichtig: Zapier rechnet in „Tasks" – jeder einzelne Schritt kostet. Bei viel Volumen wird das spürbar, und Überschreitungen werden teuer abgerechnet.

n8n spielt preislich in einer eigenen Liga. Wenn du es selbst auf einem Server betreibst (die sogenannte Community Edition), ist die Software komplett kostenlos – du zahlst nur den Server, oft nur 3 bis 7 $ pro Monat, egal wie viele Automatisierungen laufen. Willst du es lieber gehostet ohne eigenen Server, kostet der Cloud-Starter rund 24 € pro Monat, der Pro-Tarif etwa 50 bis 60 $. Für rechenintensive Betriebe mit sehr hohem Volumen ist das self-hosted Modell oft unschlagbar günstig. Warum die reine Menge an Ausführungen den Preis so stark treibt, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag zu den Make.com-Preisen im Detail.

Bedienung und Lernkurve

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen – je nachdem, wie technikaffin du bist.

Zapier ist am einfachsten. Du wählst einen Auslöser, wählst eine Aktion, fertig. Für einfache Abläufe – „Neue E-Mail mit Anhang, speichere den Anhang in der Cloud" – bist du in fünf Minuten durch. Ideal, wenn du null technischen Hintergrund hast und nur ein, zwei simple Verbindungen brauchst.

Make.com braucht etwas mehr Einarbeitung, belohnt dich aber mit deutlich mehr Möglichkeiten. Du siehst deinen kompletten Ablauf als visuelles Diagramm – jeder Schritt ist ein Kreis, die Verbindungen sind Linien. Das macht auch verschachtelte Abläufe mit Bedingungen, Schleifen und Filtern übersichtlich. Nach ein paar Stunden hast du den Dreh raus. Wenn du bei null anfangen willst, hilft dir unser Einsteiger-Artikel Was ist Make.com – einfach erklärt.

n8n fühlt sich ähnlich an wie Make, richtet sich aber an ein etwas technischeres Publikum. Wer schon mal mit ein bisschen Code gearbeitet hat, findet hier maximale Freiheit. Wer das nicht hat, stößt schneller an Grenzen – oder braucht jemanden, der die erste Einrichtung übernimmt.

Integrationen und Bausteine

Eine Automatisierung ist nur so gut wie die Programme, die sie miteinander verbinden kann.

Zapier hat hier die Nase vorn: über 8.000 vorgefertigte App-Anbindungen. Wenn du ein exotisches Nischen-Tool nutzt, stehen die Chancen bei Zapier am besten, dass es direkt unterstützt wird.

Make.com liegt mit über 3.000 fertigen Anbindungen dahinter, deckt aber alle gängigen Programme ab, die ein deutscher Mittelständler wirklich nutzt – von CRM über Buchhaltung bis E-Mail. Und für alles ohne fertigen Baustein gibt es das HTTP-Modul, mit dem sich praktisch jedes moderne Programm anbinden lässt.

n8n bringt einige hundert fertige Bausteine mit – weniger als die anderen beiden. Dafür ist es beim Selbstbauen am flexibelsten: Weil es offen ist, kannst du fehlende Anbindungen selbst ergänzen. Fertige Vorlagen sparen dir bei allen dreien viel Zeit – wie du solche Vorlagen sinnvoll einsetzt, zeigen wir am Beispiel von Make.

KI-Funktionen im Vergleich

Alle drei Tools haben 2026 kräftig bei künstlicher Intelligenz nachgelegt – und alle drei können inzwischen sogenannte KI-Agenten bauen: kleine digitale Mitarbeiter, die selbst entscheiden, welchen Schritt sie als Nächstes tun.

Make.com hat KI-Agenten direkt in seinen visuellen Baukasten integriert. Du siehst bei jedem Schritt, was der Agent denkt und welches Werkzeug er nutzt – das macht die KI nachvollziehbar statt zur Blackbox. Wie das konkret funktioniert, erklären wir in unserem Beitrag zu KI-Agenten in Make.com.

Zapier setzt ebenfalls stark auf KI und macht das Erstellen von Abläufen per Textbefehl sehr einfach. Der Einstieg ist bequem, die Kontrolle über die Details etwas geringer.

n8n ist bei KI die technischste, aber auch mächtigste Wahl. Du kannst KI-Modelle anbinden – und, ein echtes Alleinstellungsmerkmal, sogar KI komplett lokal auf deinem eigenen Server laufen lassen. Für Betriebe mit sensiblen Daten ist das Gold wert, weil dann nichts das Haus verlässt.

DSGVO und Hosting: Wo liegen deine Daten?

Für Betriebe in Deutschland ist das oft die wichtigste Frage – und hier hat n8n ein starkes Argument.

Zapier ist ein US-Anbieter. Deine Daten laufen über amerikanische Server. Das lässt sich mit einem Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) grundsätzlich datenschutzkonform gestalten, aber viele Betriebe fühlen sich damit nicht wohl – besonders bei personenbezogenen Daten.

Make.com ist zwar ebenfalls international aufgestellt, bietet aber EU-Hosting an. Damit lassen sich deine Daten innerhalb der EU halten – ein deutlicher Vorteil gegenüber reinen US-Lösungen.

n8n ist hier die kompromissloseste Option. Betreibst du es selbst, liegen deine Daten auf einem Server deiner Wahl – zum Beispiel bei einem deutschen Anbieter in Frankfurt. Nichts verlässt die EU, nichts läuft über fremde Server. Wer maximale Datenhoheit will, kommt an dieser Möglichkeit kaum vorbei. Ein wichtiger Hinweis: Das ist keine Rechtsberatung. Prüfe für deinen konkreten Fall immer einen Auftragsverarbeitungsvertrag und den tatsächlichen Speicherort – am besten mit einem Datenschutzbeauftragten.

Für wen sich welches Tool eignet

Kurz und ehrlich, in drei klaren Profilen:

Wähle Zapier, wenn du null Technik-Erfahrung hast, nur ein paar einfache Verbindungen brauchst und ein sehr spezielles Nischen-Programm anbinden willst, das es nur bei Zapier gibt. Solange dein Volumen klein bleibt, ist der bequeme Einstieg das Geld wert.

Wähle Make.com, wenn du das beste Verhältnis aus Preis, Leistung und Bedienbarkeit suchst. Für die meisten deutschen Mittelständler ist Make der Sweet Spot: bezahlbar, visuell verständlich, mit EU-Hosting und stark genug für komplexe Abläufe. Das ist der Grund, warum wir die meisten Projekte hier bauen.

Wähle n8n, wenn Datenschutz für dich oberste Priorität hat, du sehr hohes Volumen fährst (weil self-hosted dann am günstigsten ist) oder du volle Kontrolle über jede Kleinigkeit willst – und jemanden hast, der die technische Einrichtung übernimmt.

Unsere Empfehlung – transparent

Wir arbeiten primär mit Make und n8n. Das ist keine Zufallsentscheidung, sondern das Ergebnis aus über 120 Projekten seit 2016.

Make ist unser Standard-Werkzeug, weil es für die allermeisten Betriebe die beste Mischung liefert: fairer Preis, verständliche Bedienung, riesige Auswahl an Anbindungen und EU-Hosting. Unser Gründer Manuel Gick ist zertifizierter Make.com-Trainer – wir kennen das Tool bis in den letzten Winkel.

n8n setzen wir dort ein, wo Datenschutz oder Volumen dafür sprechen – etwa bei Betrieben, die aus guten Gründen wollen, dass wirklich jedes Datenbit auf ihrem eigenen Server bleibt.

Zapier empfehlen wir selten – nicht, weil es schlecht wäre, sondern weil Make in fast allen Fällen das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis für unsere Kunden bietet. Fair bleibt fair: Für den absoluten Technik-Einsteiger mit zwei simplen Abläufen kann Zapier trotzdem die richtige Wahl sein.

Am Ende zählt nicht das Tool, sondern das Ergebnis: gewonnene Stunden pro Woche. Welches Werkzeug für deinen Betrieb das richtige ist, finden wir am schnellsten gemeinsam heraus. In unserer kostenlosen Zeit-Potenzial-Analyse schauen wir 45 Minuten auf deine Abläufe – ohne Verkaufsgespräch. Mehr dazu und zu unserer Arbeit findest du auf der Seite zu unseren Leistungen.

Häufige Fragen

Make oder Zapier – was ist besser für Anfänger?

Für die allerersten Schritte ist Zapier minimal einfacher, weil es nur simple „Wenn A, dann B"-Abläufe kennt. Sobald du aber mehr als zwei, drei Schritte brauchst, ist Make übersichtlicher und deutlich günstiger. Für die meisten Betriebe lohnt sich der kleine Mehraufwand beim Lernen von Make.

Ist n8n wirklich kostenlos?

Die Software selbst ist in der self-hosted Community Edition kostenlos, ja. Du zahlst nur den Server, auf dem sie läuft – oft nur wenige Euro im Monat. Rechne aber den Aufwand für die Einrichtung und Wartung mit ein. Wer keine technische Unterstützung hat, ist mit einer fertig gehosteten Lösung oft besser bedient.

Welches Tool ist am besten für den Datenschutz?

n8n, wenn du es selbst auf einem Server in der EU betreibst – dann verlassen deine Daten nie das Haus. Make bietet mit EU-Hosting eine gute Alternative ohne technischen Aufwand. Zapier als US-Anbieter ist hier am schwächsten. Wichtig: Das ersetzt keine Rechtsberatung – prüfe deinen konkreten Fall mit einem Datenschutzbeauftragten.

Kann ich später das Tool wechseln?

Grundsätzlich ja, aber ein Wechsel bedeutet, dass du deine Abläufe neu aufbauen musst – die Tools sind nicht miteinander kompatibel. Deshalb lohnt es sich, gleich zu Beginn die richtige Wahl zu treffen. Genau dabei helfen wir dir in einem kurzen, unverbindlichen Gespräch.

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