KI-Agenten in Make.com treffen Entscheidungen selbst, statt stur einem festen Ablauf zu folgen. Dieser Artikel erklärt den Unterschied zum normalen Szenario, welche KI-Module Make heute mitbringt, wo sich der Einsatz im Mittelstand wirklich lohnt und wie du deinen ersten Agenten Schritt für Schritt aufbaust. Plus: was es kostet, wo die Grenzen liegen und worauf du bei der DSGVO achtest.

Ein normales Make-Szenario macht immer genau das, was du ihm sagst. Schritt eins, Schritt zwei, Schritt drei. Ein KI-Agent in Make.com entscheidet dagegen selbst, welchen Weg er geht. Du gibst ihm ein Ziel und die Werkzeuge, er wählt bei jeder Anfrage, was zu tun ist. Genau darum geht es bei den KI-Agenten in Make.com: weg von starren Regeln, hin zu Automationen, die auf den Einzelfall reagieren. In diesem Artikel liest du, was ein solcher Agent wirklich ist, welche KI-Module Make heute mitbringt und wie du deinen ersten Agenten baust, ohne Entwickler zu sein.
Falls Make.com für dich neu ist: Wir haben die Grundlagen in Was ist Make.com, einfach erklärt zusammengefasst. Dieser Artikel setzt darauf auf.
Stell dir den Unterschied so vor: Ein normales Szenario ist ein Kochrezept. Jeder Schritt steht fest, die Reihenfolge auch. Kommt eine Zutat rein, die im Rezept nicht vorgesehen ist, bricht der Ablauf ab oder macht Unsinn.
Ein KI-Agent ist eher ein Koch. Du sagst ihm: „Mach aus dem, was im Kühlschrank liegt, ein Mittagessen.“ Er schaut nach, was da ist, und entscheidet selbst. Technisch heißt das: Der Agent bekommt ein Ziel in normaler Sprache, dazu einen Satz Werkzeuge, also Aktionen, die er nutzen darf. Bei jeder Anfrage überlegt er, welches Werkzeug er in welcher Reihenfolge einsetzt.
Seit April 2025 gibt es diese KI-Agenten offiziell in Make. Im Februar 2026 kam die neue Generation dazu (die App „Make AI Agents (New)“, derzeit als offene Beta). Der große Schritt: Agenten sind jetzt fester Bestandteil des normalen Szenario-Builders, den du ohnehin kennst. Dazu gibt es ein sogenanntes Reasoning-Panel, also eine Ansicht, die dir in Echtzeit zeigt, wie der Agent denkt, welches Werkzeug er warum aufruft (Stand: Juli 2026; aktuelle Details siehe make.com).
Ein KI-Agent ist keine Wunderkiste. Er ersetzt kein festes Szenario, wenn der Ablauf immer gleich ist. Für „Formular abschicken, Zeile in Tabelle schreiben, E-Mail senden“ brauchst du keinen Agenten. Da ist ein normales Szenario schneller, billiger und zuverlässiger. Der Agent lohnt sich erst, wenn Entscheidungen dazukommen: Sortieren, Einschätzen, Formulieren, Zusammenfassen.
Du kannst KI in Make auf zwei Wegen nutzen. Beide sind ohne eigenes Programmieren machbar.
Erstens: Make's AI Provider. Das ist die eingebaute KI. Sie ist auf allen Plänen verfügbar, du musst nichts extra einrichten. Praktisch für den schnellen Start, dafür rechnet Make die KI-Nutzung in seinen eigenen Verrechnungseinheiten ab (dazu unten mehr bei den Kosten).
Zweitens: dein eigener KI-Schlüssel (Bring Your Own Key). Auf den bezahlten Plänen kannst du deinen eigenen Zugang zu OpenAI, Anthropic oder Google hinterlegen. Dann läuft die KI über deinen Account, du zahlst die Rechenkosten direkt beim Anbieter, und Make berechnet nur den Aufruf. Das ist meist deutlich günstiger, wenn viel Text durch die KI läuft.
An fertigen Bausteinen bringt Make Anbindungen an die großen KI-Anbieter mit: OpenAI (die GPT-Modelle), Anthropic Claude, Google Gemini, dazu Mistral, xAI Grok und weitere. Damit deckst du die typischen Aufgaben ab: Text schreiben, zusammenfassen, übersetzen, einordnen (etwa: „ist diese Nachricht dringend?“) und Daten aus unstrukturiertem Text herausziehen. Welche Modelle konkret verfügbar sind, ändert sich laufend, ein Blick in dein Make-Konto zeigt den aktuellen Stand.
Der Nutzen entsteht nicht durch die Technik, sondern durch die Zeit, die du zurückbekommst. Vier Beispiele, die in kleinen und mittleren Betrieben regelmäßig funktionieren:
Der rote Faden: Der Agent macht die Vorarbeit, der Mensch entscheidet. Genau in dieser Aufteilung liegt der Gewinn, ohne das Risiko, dass eine Maschine ungeprüft nach außen kommuniziert. Wie sich das grundsätzlich auf Prozesse übertragen lässt, zeigen wir in Geschäftsprozesse mit KI automatisieren.
Du brauchst dafür keinen Code. Der Ablauf ist in jedem der Beispiele oben ähnlich. Nimm die E-Mail-Triage als roten Faden:
Fang klein an. Ein Agent, eine klar umrissene Aufgabe, wenige Werkzeuge. Erst wenn das sauber läuft, baust du aus.
Ein Agent entfaltet seinen Wert erst, wenn er an deine Systeme angeschlossen ist. Make bindet über 3.000 Apps an, dein CRM und dein Support-Tool sind mit hoher Wahrscheinlichkeit dabei.
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein neuer Lead landet über ein Formular oder eine Anzeige in deinem System. Der Agent liest die Angaben, schätzt ein, wie gut der Lead passt, und schreibt Kategorie plus eine kurze Notiz direkt in den CRM-Datensatz. Dein Vertrieb sieht auf einen Blick, wo er zuerst anrufen sollte. Wie die reine Weiterleitung von Leads ohne KI aussieht, zeigen wir in Facebook-Leads ins CRM automatisieren, der Agent setzt genau da an und ergänzt die Einschätzung.
Im Support gilt dasselbe Prinzip: Ticket kommt rein, Agent entwirft die Antwort und hängt sie als internen Vorschlag ans Ticket. Dein Team gibt frei oder ändert. Der Mensch bleibt in der Schleife, die Routine übernimmt die Maschine.
Bei den Kosten gibt es zwei Töpfe. Erstens die Make-Verrechnung: Jede Aktion verbraucht Verrechnungseinheiten, die meisten eine, KI-Aktionen über Make's eigenen AI Provider deutlich mehr. Zweitens, wenn du deinen eigenen KI-Schlüssel nutzt, die Kosten beim KI-Anbieter selbst, abgerechnet nach Textmenge (im Fachjargon „Token“). Der praktische Rat: Läuft viel Text durch die KI, ist der eigene Schlüssel meist günstiger, weil Make dann nur den Aufruf berechnet statt der teureren Komplett-Verrechnung. Konkrete Preise gerundet und mit Vorsicht behandeln, sie ändern sich, verbindlich ist immer die offizielle Seite make.com/pricing (Stand: Juli 2026).
Wichtiger als der Preis sind die Grenzen. Drei musst du kennen:
Die Faustregel: Der Agent bereitet vor und schlägt vor. Freigeben tut der Mensch, überall dort, wo ein Fehler teuer wäre.
Sobald personenbezogene Daten durch eine KI laufen, greift die DSGVO. Das betrifft praktisch jeden der Anwendungsfälle oben, denn E-Mails und Leads enthalten Namen und Kontaktdaten. Drei Best-Practice-Punkte, an denen du dich orientieren kannst:
Ein Hinweis in aller Klarheit: Das hier ist keine Rechtsberatung, sondern eine Sammlung sinnvoller Vorsichtsmaßnahmen. Für den verbindlichen Rahmen sprich mit deinem Datenschutzbeauftragten oder einer Fachanwältin.
Wenn du KI-Agenten in deinem Betrieb einsetzen willst, aber nicht bei null anfangen möchtest: Wir bauen genau solche Automationen. Ein Blick auf unsere Leistungen zeigt dir, wie das abläuft.
Nein. Agenten baust du im visuellen Szenario-Builder zusammen, ganz ohne Code. Du legst Ziel, Werkzeuge und Anweisung in normaler Sprache fest. Etwas Einarbeitung braucht es trotzdem, vor allem beim Formulieren guter Anweisungen und beim Testen.
Ein Szenario folgt einem festen Ablauf, immer gleich. Ein KI-Agent entscheidet bei jeder Anfrage selbst, welchen Weg er geht. Für gleichbleibende Abläufe ist das Szenario besser. Sobald Einschätzen, Sortieren oder Formulieren dazukommt, spielt der Agent seine Stärke aus.
Ja. Auf den bezahlten Plänen hinterlegst du deinen eigenen Zugang zu OpenAI, Anthropic oder Google. Dann läuft die KI über deinen Account, du zahlst die Rechenkosten direkt beim Anbieter, was bei viel Textdurchsatz meist günstiger ist.
Er kann es sein, wenn du die Rahmenbedingungen einhältst: Auftragsverarbeitungsvertrag mit allen Diensten, Klarheit über die Verarbeitungsregion und Datensparsamkeit. Make weist entsprechende Zertifizierungen aus. Für den verbindlichen Rahmen ziehst du deinen Datenschutzbeauftragten hinzu, das hier ist keine Rechtsberatung.
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