Make.com Preise erklärt: Alle Pläne und was du wirklich zahlst

Die Make.com-Preise wirken erst mal simpel, doch was du am Monatsende wirklich zahlst, hängt an den Operationen. Dieser Artikel erklärt alle Pläne, zeigt an drei realistischen Beispielen die tatsächlichen Kosten und deckt die typischen Kostenfallen auf, die deine Rechnung nach oben treiben.

Die Make.com Preise sehen auf den ersten Blick harmlos aus: 9 Dollar, 16 Dollar, ein paar Zahlen in einer Tabelle. Doch die Frage ist nicht, was ein Plan kostet. Die Frage ist, wie viele Operationen deine Automationen verbrauchen und ob dein Plan das trägt. Genau da liegt der Denkfehler bei den meisten. Wir zeigen dir, wie das Preismodell funktioniert, was die einzelnen Pläne enthalten und was du am Monatsende realistisch zahlst.

So funktioniert das Preismodell: alles dreht sich um Operationen

Make rechnet nicht in Stunden und nicht in Automationen ab, sondern in Operationen. Eine Operation ist ein einzelner Schritt, den ein Modul ausführt. Jedes Mal, wenn ein Baustein in deinem Ablauf läuft, kostet das eine Operation.

Ein Beispiel. Deine Automation holt eine neue E-Mail ab, liest den Anhang aus, legt einen Datensatz in Google Sheets an und schickt eine Bestätigung. Das sind vier Module, also vier Operationen pro Durchlauf. Läuft dieser Ablauf 100 Mal am Tag, sind das 400 Operationen täglich und rund 12.000 im Monat.

Nicht jeder Baustein kostet gleich viel Aufmerksamkeit, aber fast jeder kostet eine Operation. Ein Auslöser, ein Filter, ein Router, ein HTTP-Aufruf, ein Datenformatierer: jeweils eine Operation, sobald er ausgeführt wird. Filter, die einen Datensatz aussortieren, zählen dabei oft trotzdem, weil das Prüfen selbst schon Rechenarbeit ist. Was du nicht extra zahlst, ist das reine Verbinden von Modulen oder das Anlegen eines Szenarios. Bezahlt wird die Ausführung, nicht der Aufbau.

Wichtig: Nicht die Zahl deiner Automationen treibt die Kosten, sondern wie oft sie laufen und aus wie vielen Schritten sie bestehen. Eine kleine Automation, die alle zwei Minuten prüft, verbrennt mehr Operationen als eine große, die einmal täglich läuft. Wer Make.com verstehen will, sollte zuerst wissen, was Make.com überhaupt ist und wie es funktioniert.

Die Make-Pläne im Überblick

Make bietet fünf Stufen an, von kostenlos bis individuell. Alle Preise gelten bei jährlicher Zahlung (Stand: Juli 2026, laut make.com/en/pricing). Bei monatlicher Zahlung liegst du rund 30 % höher. Prüfe die Zahlen vor dem Kauf immer auf der offiziellen Preisseite, da Make sie regelmäßig anpasst.

  • Free (0 €): 1.000 Operationen pro Monat, 2 aktive Szenarien, kürzester Ausführungsabstand 15 Minuten. Gut zum Ausprobieren.
  • Core (ca. 9 $/Monat): 10.000 Operationen pro Monat, unbegrenzt viele Szenarien, kürzester Abstand 1 Minute, Zugriff auf über 3.000 Apps. Der typische Einstieg für Betriebe.
  • Pro (ca. 16 $/Monat): ebenfalls 10.000 Operationen als Basis, dazu bevorzugte Ausführung, eigene Variablen und durchsuchbare Ausführungsprotokolle. Sinnvoll, wenn Zuverlässigkeit und Fehlersuche wichtig werden.
  • Teams (ca. 29 $/Monat): 10.000 Operationen als Basis, plus Mehrbenutzer-Zugriff, Rollen und geteilte Vorlagen. Für Teams, die gemeinsam an Automationen arbeiten.
  • Enterprise (individuell): Preis auf Anfrage, mit höheren Limits, mehr Sicherheit und persönlichem Support.

Der entscheidende Unterschied zwischen Core, Pro und Teams sind nicht die Operationen, sondern die Funktionen drumherum. Die Basis liegt bei allen drei bei 10.000 Operationen. Brauchst du mehr, buchst du zusätzliche Operationen dazu, gestaffelt nach Plan.

Genau dieses Nachbuchen wird oft übersehen. Du kannst innerhalb eines Plans größere Operationspakete wählen, etwa 20.000, 40.000 oder 80.000 pro Monat, und der Monatspreis steigt entsprechend mit. Der Grundpreis von 9 oder 16 $ ist also nur der Startpunkt für das kleinste Paket. Wer dauerhaft über seinem Kontingent liegt, sollte rechnen, ob ein höheres Paket im gleichen Plan oder ein Planwechsel günstiger ist. Und: Nicht verbrauchte Operationen verfallen am Monatsende, sie werden nicht in den nächsten Monat übertragen. Ein zu großes Paket ist also verschenktes Geld, ein zu kleines bremst deine Abläufe aus.

Was kostet Make.com pro Monat wirklich? Drei realistische Beispiele

Der Listenpreis sagt wenig. Entscheidend ist dein Verbrauch. Hier drei typische Profile aus dem Mittelstand.

Profil 1: Der Einsteiger

Du automatisierst eine Sache, etwa neue Kontaktformular-Anfragen ins CRM und eine Benachrichtigung. Drei Module, rund 20 Anfragen am Tag. Das sind etwa 1.800 Operationen im Monat. Der Core-Plan mit 10.000 Operationen reicht locker. Realkosten: rund 9 $ im Monat, mit viel Luft nach oben.

Profil 2: Der aktive Betrieb

Du hast fünf Automationen am Laufen: Leads, Rechnungen, Terminerinnerungen, ein Reporting und eine Datensynchronisation. Zusammen rund 25.000 Operationen im Monat. Jetzt reichen die 10.000 des Core-Plans nicht mehr. Du buchst zusätzliche Operationen dazu oder wechselst zu Pro. Realkosten: meist 30 bis 60 $ im Monat, je nach Zusatzpaket.

Profil 3: Das automatisierte Unternehmen

Automation ist bei dir zentral: Onboarding, Vertrieb, Buchhaltung, Datenpflege über mehrere Systeme, teils mit KI-Modulen. Schnell 100.000 Operationen und mehr. Hier landest du im oberen Teams-Bereich oder bei Enterprise. Realkosten: 200 $ und aufwärts. An diesem Punkt zahlt sich saubere Planung am stärksten aus, weil kleine Effizienzgewinne pro Ablauf sich hundertfach summieren.

So schätzt du deinen Operationen-Verbrauch

Du musst nicht raten. Die Formel ist einfach:

Module pro Ablauf × Durchläufe pro Tag × 30 = Operationen pro Monat.

Beispiel: 5 Module, die 50 Mal täglich laufen, ergeben 5 × 50 × 30 = 7.500 Operationen im Monat. Damit bist du im Core-Plan gut aufgehoben.

Zwei Dinge treiben die Zahl stärker, als man denkt. Erstens die Häufigkeit: Ein Ablauf, der alle 5 Minuten prüft, läuft rund 8.600 Mal im Monat, allein für die Prüfung. Zweitens sogenannte Iteratoren und Schleifen, die eine Liste Zeile für Zeile abarbeiten. Zehn Zeilen bedeuten zehn Durchläufe des nachfolgenden Moduls. Wer das früh einplant, kalkuliert realistisch. Genau diese Kalkulation gehört zu den Punkten, die eine gute Make.com-Agentur und ihre Leistungen und Kosten transparent macht, bevor gebaut wird.

Versteckte Kostenfallen, die deine Rechnung sprengen

Die meisten bösen Überraschungen kommen nicht vom Plan, sondern vom Aufbau. Drei Fallen tauchen immer wieder auf.

Polling: Prüfen kostet auch, wenn nichts passiert

Viele Auslöser fragen in festen Abständen nach: Gibt es was Neues? Jede dieser Prüfungen ist eine Operation, selbst wenn nichts passiert. Ein Ablauf, der alle 15 Minuten kontrolliert, verbraucht rund 2.900 Operationen im Monat, ohne einen einzigen Datensatz zu verarbeiten. Wo immer möglich, sind Webhooks besser: Sie melden sich nur, wenn wirklich etwas passiert, und kosten keine Leerlauf-Operationen.

Fehler-Loops: der stille Operationen-Fresser

Bricht ein Ablauf mitten drin ab und ist auf Wiederholung eingestellt, kann er in eine Schleife geraten und dieselben Operationen immer wieder verbrauchen. Ohne saubere Fehlerbehandlung frisst ein einziger kaputter Ablauf über Nacht Tausende Operationen. Fehlerbehandlung ist keine Kür, sondern Kostenschutz.

Datenvolumen und Schleifen

Verarbeitest du große Listen, multipliziert sich der Verbrauch. Eine Automation, die 500 Zeilen einzeln durchgeht und pro Zeile drei Module ausführt, kostet 1.500 Operationen, in einem einzigen Durchlauf. Läuft das täglich, sind es 45.000 im Monat. Oft lässt sich das über Sammelverarbeitung deutlich senken.

Genau hier liegt der Unterschied zwischen einer Automation, die einfach läuft, und einer, die günstig läuft. Sauberer Betrieb und laufende Optimierung senken die Operationskosten spürbar. Das ist Teil dessen, was zu unseren Leistungen im Bereich Betrieb und Optimierung gehört.

Make vs. Integromat: Was sich beim Preis geändert hat

Make hieß früher Integromat. Neben dem Namen hat sich vor allem die Abrechnungslogik weiterentwickelt. Der wichtigste Punkt zuletzt: Seit dem 27. August 2025 heißt die Abrechnungseinheit offiziell nicht mehr Operationen, sondern Credits (Stand: Juli 2026).

Für den Alltag ändert das für die meisten wenig. Bestehende Operationen wurden 1:1 in Credits umgewandelt, und ein normaler Modul-Durchlauf kostet weiterhin einen Credit. Wo es sich unterscheidet: KI-Module und ausgeführter Code verbrauchen Credits variabel, je nach Rechenzeit und Datenmenge. Wer viel mit KI in seinen Abläufen arbeitet, sollte diesen Punkt genau im Blick behalten, weil ein einziges KI-Modul deutlich mehr als einen Credit kosten kann. Im Kern gilt aber: Wer in Operationen denkt, denkt weiter richtig. Der Begriff hat sich geändert, das Prinzip nicht.

Reicht der Free-Plan?

Für den Einstieg: ja. Zum ernsthaften Arbeiten: selten. Der Free-Plan mit 1.000 Operationen und 15-Minuten-Abstand ist ideal, um Make kennenzulernen und eine erste kleine Automation zu bauen. Sobald etwas geschäftskritisch läuft, stößt du schnell an Grenzen.

Die 1.000 Operationen sind bei aktivem Einsatz in wenigen Tagen aufgebraucht. Und der 15-Minuten-Abstand bedeutet: Eine Anfrage kann bis zu 15 Minuten liegen bleiben, bevor sie verarbeitet wird. Für Kontaktanfragen oder Leads ist das oft zu langsam. Unsere klare Empfehlung: Free zum Testen, Core zum Arbeiten. Der Sprung von 0 auf 9 $ ist überschaubar, der Sprung von 1.000 auf 10.000 Operationen und von 15 auf 1 Minute ist riesig.

Häufige Fragen

Was ist eine Operation bei Make.com genau?

Eine Operation ist ein einzelner Modul-Durchlauf. Jeder Baustein in deinem Ablauf, der ausgeführt wird, zählt als eine Operation. Ein Ablauf mit vier Modulen kostet also vier Operationen pro Durchgang. Seit August 2025 heißt diese Einheit offiziell Credit, das Prinzip bleibt gleich.

Kostet Make.com wirklich nur 9 Dollar im Monat?

Nur, wenn du unter 10.000 Operationen im Monat bleibst. Der Core-Plan kostet rund 9 $, deckt aber ein festes Kontingent ab. Verbrauchst du mehr, zahlst du für zusätzliche Operationen. Der reale Preis hängt also an deiner Nutzung, nicht am Listenpreis.

Wie viele Operationen brauche ich im Monat?

Rechne: Module pro Ablauf × Durchläufe pro Tag × 30. Ein einzelner kleiner Ablauf braucht oft unter 2.000 Operationen. Fünf aktive Automationen liegen schnell bei 20.000 bis 30.000. Zähle deine geplanten Abläufe durch, dann weißt du, welcher Plan passt.

Kann ich die Kosten nachträglich senken?

Ja, oft deutlich. Webhooks statt Polling, saubere Fehlerbehandlung und Sammelverarbeitung statt Zeile-für-Zeile sparen viele Operationen. Genau hier setzt laufende Optimierung an, die den Verbrauch senkt, ohne dass du auf Funktionen verzichtest.

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